Sambia “the real Africa”
15. November 2011 von frank
Vor 5 Wochen sind wir an den Viktoriafaellen in Livingstone gestartet um bis zur Grenze des Kongos zum Lake Tanganyika zu fahren. 5000 km traumhaft schoenes, urspruengliches Afrika. Unglaublich tolle Menschen, sehr friedlich, hilfsbereit und mit einer Ausstrahlung die wir in Europa nur selten finden. Der Alltag der Sambianer ist hart. In der Sonne ist es tagsueber ueber 50 Grad heiss. Wasser kommt nicht aus der Leitung. Wenn es gut laeuft gibt es eine Pumpe, etwas muehseliger wird es wenn Wasser aus dem Brunnen mit einem Eimer einige Meter hochgekurbelt werden muss. Geht Beides nicht, wird das Wasser aus dem Fluss genommen. In allen Faellen muessen aber oft noch grosse Distanzen bis zur eigenen Huette zurueckgelegt werden. So laufen immer wieder Frauen mit riesigen Eimern oder Kanistern auf dem Kopf am Rand der staubigen Piste entlang. Auf dem Ruecken gucken aus einem bunten umgewickeltem Tuch oft noch zwei Babyfuesse heraus. Warum diese Frauen singen, winken und lachen wenn zwei bunte astronauten aehnliche Typen auf Ihren Mopeds vorbeirollen weiss ich auch nicht. Fast ueberall, auch in den kleinsten Doerfern sprechen die Sambianer englisch. So ist die Kommunikation nie ein Problem. In den Doerfern gibt es teilweise kein Gemuese, keine Tomaten, keine Zwiebeln, es ist einfach zu heiss gegen Ende der Trockenzeit. Die Baeume haengen voller Mangos die langsam reif werden. So gibt es wenigstens Mais und Mangos. Morgens, Mittags und Abends. In Gespraechen ueber den anstrengenden Alltag sagen Sie meistens: “we are used to it”.
Unser erstes Ziel ist der Kasanka Nationalpark. Da wir mit dem Motorrad in den Park wollen, fahren wir nicht zum Maingate, sondern nehmen kleine Pisten, die von der Rueckseite in den Park fuehren. Hier ist alles unbefahren und zugewachsen. Ein paar Mal fahren wir durch Fluesse oder ueber kleine Bruecken aus Baumstaemmen. Nach einiger Zeit kommen wir an einer Lodge an und stehen direkt vor dem General Park Manager. Dieser wundert sich wie wir von der Rueckseite zu Ihm kommen konnten, da er diesen Weg noch nie gefahren war. Mit den Mopeds ist es nun aber auch kein Problem mehr. Abends fahren wir dann, jedoch mit einem Auto, zu einer Stelle an denen puenktlich um 18 Uhr tausende Flughunde in die Luft fliegen sollen. Mit einer Viertel Stunde Verspaetung starten dann tatsaechlich ueber 200.000 dieser fledermausartigen Tiere gleichzeitig in den Abendhimmel.
Im Norden Sambias gibt es ueber 100 Wasserfaelle die nur ueber kleine Pisten zu erreichen sind. Traumhaft schoene Plaetze an denen wir immer alleine sind. Am Lake Tanganyika, zelten wir in einer chicken Lodge, die von einem weissen Sambianer gefuehrt wird, direkt am See. Die Lodge ist auch wieder nur ueber mehrere hundert Kilometer Piste zu erreichen. Egal ob Tauchen, Wakeboard fahren oder eiskaltes Bier, hier funktioniert wieder alles. So machen wir erst mal 2 Tage Urlaub. Wieder sind wir die einzigen Gaeste. Touristen sehen wir in Sambia eigentlich nur an den Viktoriafaellen und im South Luangwa Nationalpark.
Bisher haben wir vom Motorrad aus nur sehr selten wilde Tiere gesehen. Das liegt hauptsaechlich daran, das im gesamten Afrika, ausserhalb der Nationalparks die meisten Tiere durch Wilderer verschwunden sind. Da im Luangwa Park keine Motorraeder erlaubt sind , nehmen wir eine Piste,die direkt zwischen Nord und South Luangwa verlaeuft. Am Ende der Piste durchqueren wir den Luangwafluss um weiter entlang der Parkgrenze Richtung Sueden zu fahren. Auf der gesamten Strecke begegnen wir zahllosen Elefantengruppen, Giraffen, Antilopen, Hippos und Krokodilen. Vom Motorrad aus ist das ein ganz anderes Gefuehl als im Auto. Oft trennen uns nur wenige Meter, da wird ein ausgewachsener Elefant schnell so gross wie ein Einfamilienhaus. Wir zelten jetzt auch nicht mehr im Busch, sondern nur noch in Doerfern oder Camps. Trotzdem wachen wir Nachts vom schmatzen eines Hippos auf das ca. 1 Meter neben unserem Zelt Gras frisst. Die Afrikaner sagen wenn ein Hippo Nachts kommt: “Don’t worry, just keep on sleeping”. Das ist schwierig, funktioniert aber.
Jetzt sind wir schon wieder in Livingstone. Die Regenzeit faengt langsam an. Es schuettet dann kurz, ist aber immer noch sehr warm. Die Natur explodiert foermlich und alles wird gruen. Gestern waren wir noch am Zambesi zum Sonnenuntergang. Auf dem Rueckweg standen im Dunkeln auf der Piste wieder 2 grosse Elefanten vor uns. Kein Problem, kurz anhalten, Foto machen, vorbeigehen lassen und weiterfahren.
Bin mal gespannt wie es so ist wieder in Oberbilk unterwegs zu sein,
bis bald, Frank



kein abenteuer, keine enduro, noch nicht mal eine fahrt mit dem motorrad, dafür vielleicht ein bisschen pädagogisch wertvoll, erlaube ich mir den hinweis: http://www.antifah.de/2011/08/18/fahren-wie-in-afrika/
Ich finde es klasse, was ihr da macht. Ich möchte auch irgendwann mal dahin! Die Zufriedenheit oder sagen wir fast Leichtigkeit der Menschen dort fasziniert mich sehr. Mit wenig zufrieden sein. Und die Strecken sind sicher traumhaft, obwohl man schon Respeckt vor den großen Tieren haben darf
Wow toll so ne Tour durch Afrika. Da bleiben eine Menge Erinnerungen!
Eine ganz schöne Herausforderung! Respekt!
Sowas vergisst man sein Leben nicht!